Die Ausstellung Gustav Klimt - Pigment & Pixel stellt verloren gegangene Werke eines der verehrtesten Meister der Kunstwelt wieder her.
Die Ausstellung Gustav Klimt - Pigment & Pixel stellt verloren gegangene Werke eines der verehrtesten Meister der Kunstwelt wieder her.
Gustav Klimt ist einer der Titanen der Kunstwelt. Als einer der führenden Vertreter der Moderne konzentrierte sich Klimt auf die Darstellung des weiblichen Körpers und erforschte Themen wie Sehnsucht, Liebe und den Kreislauf des Lebens. Klimts luxuriöse Gemälde waren von Erotik und tiefer philosophischer Bedeutung geprägt. Die offenkundige Sinnlichkeit seiner Werke spiegelte die Überzeugung des Künstlers wider, dass das Zelebrieren von Liebe und Sexualität eine wesentliche Voraussetzung für die Überwindung existenzieller Ängste und der Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens ist.
Obwohl er heute vielleicht am besten für sein ikonisches Gemälde „Der Kuss“ bekannt ist, schuf Klimt zu Lebzeiten ein überwältigendes Gesamtwerk. Das Belvedere Museum in Wien, Österreich, würdigt die Leistungen des großen Meisters mit der Ausstellung Pigment & Pixel / Rediscovering Art Through Technology.
Die neuesten technologischen Fortschritte in der diagnostischen Analyse und makroskopischen Fotografie wurden eingesetzt, um Klimts Prozesse aufzudecken. Die Besucher können genau erfahren, wie Klimt seine einzigartige Methode der Einarbeitung von Blattgold in seine Gemälde anwandte. Außerdem werden ungesehene Vorbereitungszeichnungen eines unvollendeten Werks gezeigt. Der bemerkenswerteste Aspekt der Ausstellung ist jedoch die Rekonstruktion von Klimts verlorenen Fakultätsbildern in ihren Originalfarben.
Die Ausstellung Pigment & Pixel / Rediscovering Art Through Technology zeigt auf verblüffende Weise, wie die moderne Technologie es uns ermöglicht, den Prozess der großen Meister zu erforschen und zuvor zerstörte Werke wieder zum Leben zu erwecken.
Zu entdecken, wie einer der großen Meister der Kunstwelt seine Werke geschaffen hat, ist ein seltenes Vergnügen für Kunstliebhaber. Die Ausstellung Pigment & Pixel / Rediscovering Art Through Technology bietet den Besuchern die faszinierende Möglichkeit, genau zu sehen, wie Klimt seinen unverwechselbaren Goldenen Stil erreichte.
Die Ausstellung nutzt makroskopische Bilder, um die Techniken zu analysieren, die hinter einem von Klimts ikonischsten Gemälden, dem 1901 entstandenen Werk „Judith“, stehen. Dieses Gemälde stellt die biblische jüdische Heldin Judith dar und wurde vermutlich durch ein Theaterstück von Friedrich Hebbel inspiriert.
Das Gemälde verbindet die Themen Sexualität und Tod und zeigt Judith als verführerische, gefährliche Figur, die in ein durchscheinendes blaues Gewand gehüllt und von luxuriösen Golddetails umgeben ist.
Die Ausstellung Pigment & Pixel / Wiederentdeckung der Kunst durch Technologie zeigt, dass Klimt für seine goldenen Gemälde echte Flocken aus 23,5-karätigem Blattgold verwendete. Dem Betrachter wird die sorgfältige Methode vor Augen geführt, mit der Klimt jedes einzelne Goldplättchen präzise auf die Leinwand aufbrachte.
Die Ausstellung zeigt auch, wie Klimt das Porträt von Amalie Zuckerkandl, der Tochter des bekannten Wiener Schriftstellers Sigmund Schlesinger, schuf. Mit Hilfe von Röntgenstrahlen und Reflektographie werden die Farbschichten freigelegt, um die Skizzen und Zeichnungen zu zeigen, die zum endgültigen Werk führten. Nie zuvor wurde die Methodik des Meisters so detailliert gezeigt.
Gustav Klimt, Sunflower, 1907/1908
Source : Johannes Stoll / Belvedere, Vienna
1894 wurden Klimt und der Künstler Franz Matsch vom österreichischen Unterrichtsministerium beauftragt, diese Gemälde zu schaffen. Die Gemälde sollten an der Decke des Festsaals der Universität Wien angebracht werden. Insgesamt wurden die Künstler gebeten, fünf Gemälde zu schaffen, vier Werke, die die Fakultäten der Universität Wien darstellen, und ein Werk, das als Mittelstück dienen sollte.
Matsch schuf den Tafelaufsatz und das Gemälde für die Fakultät für Religion. Klimt schuf Werke, die die Fakultäten für Philosophie, Medizin und Jurisprudenz darstellen. Es handelte sich um massive Gemälde von über vier Metern Höhe. Jedes Gemälde zeigt die für Klimt typischen nackten Figuren sowie detaillierte ornamentale Verzierungen und Darstellungen mythologischer Figuren.
Klimts Gemälde wurden im Jahr 1900 enthüllt und lösten bei Kunstkritikern und Kommentatoren einen Aufschrei aus. Die Gemälde wurden als pornografisch angesehen und von einigen als Verhöhnung der Fakultäten interpretiert und waren zu dieser Zeit äußerst umstritten.

Installation view “Gustav Klimt - Pigment & Pixel. Rediscovering Art Through Technology”, Lower Belvedere
Source : Johannes Stoll / Belvedere, Vienna
Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Fakultätsgemälde von den Nazis beschlagnahmt und im Schloss Immendorf in Niederösterreich aufbewahrt. Am 7. Mai 1945, einen Tag vor der Kapitulation Deutschlands, setzten SS-Offiziere das Schloss in Brand, um zu verhindern, dass die Kunstwerke in die Hände der Russen fielen. Von den Gemälden blieben nur einige Schwarz-Weiß-Fotos erhalten.
Klimts Fakultätsgemälde galten für immer als verloren - bis jetzt. Durch die Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture und den Einsatz fortschrittlicher Programme der künstlichen Intelligenz konnten die Fakultätsgemälde nun detailgetreu in ihren ursprünglichen Farben wiederhergestellt werden.
Die Ausstellung Gustav Klimt - Pigment & Pixel / Rediscovering Art Through Technology wird im Museum Unteres Belvedere in Wien, Österreich gezeigt. Die Ausstellung läuft vom 20. Februar 2025 bis zum 7. September 2025.